Get the FLASH PLAYER to view this magazine:

Get Adobe Flash player

- or -

View as HTML version

Radius 02/2010 Golf

Luis Obertegger 20 JAHRE GOLFCLUb kARERSEE Abschied vom karersee Luis Obertegger war der Tausendsassa des Golfclubs Karersee. Fast zwei Jahrzehnte wusste er über alles Bescheid, kannte jeden und organisierte alles. Luis Obertegger erzählt: „Im Jahr 1991 wurde ich als Vorstandsmitglied der Carezza Golf GmbH, der die Führung der Golfanlage und des Golfclubs übertragen worden war, beauftragt, die Gastronomie auf der 1990 eröffneten Golfanlage zu organisieren”, erzählt Luis Obertegger. Es war unmöglich, in kurzer Zeit einen Pächter zu finden. Also übernahm Oberteggers Firma “Mondschein KG “ die Führung des Clubhauses. Mit der Sommersaison allein konnten aber die Kosten der Bewirtschaftung nicht gedeckt werden. Nach langen Verhandlungen erhielt man die Betriebserlaubnis auch für die Wintersaison. Bar und Restaurant wurden umgebaut und neu eingerichtet, der Pachtvertrag auf mehrere Jahre erweitert. Gleichzeitig nahm die Beliebtheit und der Spielbetrieb auf dem Golfplatz zu. Dies war vor allem dem engagierten Einsatz der Clubsekretärin Gerlinde Wiedenhofer zu verdanken. Turniere und Events In den 20 Jahren seit bestehen des Golfclub Karersee gab es zahlreiche Turniere und Events. Dabei ging es auch im Klubhaus oft hoch her. Die traditionellsten Turniere sind wohl der Senfter Cup (mit dem legendären Sponsorabend am Freitag davor) und die Sparkassen-Trophy. Das härteste aller Turniere (im gesamten Alpenraum) ist zweifellos der Golf-Iron-Man mit Start jeweils schon bei Tagesanbruch. Eine Familie prägt Club-Geschichte Im Jahr 1993 wurde Luis Obertegger auch das Sekretariat übertragen. Er absolvierte daraufhin in Rom die Ausbildung zum Golfsekretär. Doch die Arbeit war allein kaum zu bewältigen. 1996 stiegen seine Frau Heidi und sein Schwager Klaus im Restaurant ein. Im Familienbetrieb lief alles Hand in Hand. Es war die ideale Voraussetzung für einen harmonischen Cluballtag, der rund 70 Turniere in einer Saison vorsah. Die Teilnehmerzahl an den Turnieren stieg von Jahr zu Jahr. Viele Teilnehmer wussten vor allem das ausgiebige und leckere Essen nach der Preisverteilung auf der Terrasse des Clubhauses zu schätzen. “Ich erinnere mich an ein Wochenende, an dem von Freitag bis Sonntag insgesamt 273 Turnierspieler auf dem Golfplatz am Karersee ihre Runde absolvierten. Auch mein guter Freund und verlässlicher Mitarbeiter, Karl Pichler, der seit 1990 den Platz pflegte, hatte alle Hände voll zu tun”, erzählt Obertegger. Der Erfolg hatte seinen Preis: den Einsatz von – teilweise – 6 Uhr morgens bis Mitternacht. Im Jahr 2001 sollte das Restaurant erweitert werden, um es an die mittlerweile gewachsenen Anforderungen anzupassen. Das genehmigte Projekt scheiterte jedoch am unbesetzten Vor- stand der Carezza Golf GmbH. Die harmonische Zusammenarbeit zwischen Golfclub und Carezza Golf GmbH war getrübt. Im Herbst 2003 entschloss sich Luis Obertegger daher, die Stelle als Geschäftsführer auf der neuen Golfanlage in Passeier anzutreten. Das Clubrestaurant wurde neu verpachtet, Heidi Obertegger und ihr Bruder Klaus übernahmen das Sekretariat. Als nach einem Jahr der Pachtvertrag für das Restaurant nicht erneuert wurde, sprangen erneut die beiden ein und übernahmen wieder selbst die Führung der Gastronomie. Es wurden fünf Jahre daraus. Im Frühjahr 2009 haben die Oberteggers nach 19 Jahren Golfplatz Karersee endgültig Abschied genommen. Heidi Obertegger und Klaus Der Max erinnert sich ... Ein Unikat am Karerpass ist unbestritten Max Seehauser. Er führt nicht nur gemeinsam mit seiner Frau und Sohn Michael den Feinschmeckertempel „Fallmur Alm“ sondern ist auch ein Mann der ersten Stunde des Golfclubs Karersee. Kein „Iron Men“ ohne ihn, bei der zweiten Auflage im Jahr 1992 siegte er. Hier aufgewachsen, kennt er noch die alten Zeiten, als sich am Karerpass die Feinen und Reichen Europas einquartierten und in der reinen Bergluft Golf spielten. „Ich erinnere mich noch ganz genau. Es war im Jahr 1951. Ich arbeitete das erste Mal als Hirte für meinen Onkel auf der Alm. Von dort hatte man einen guten Blick auf den Golfplatz und sah, was sich abspielte“, erzählt er. Die Driving Range stand auf dem Platz des heutigen Hotels „Alpenrose“, das Clubhaus befand sich am Standort des Hotels. „Es waren vor allem viele junge Damen dabei. Spielen konnten die ja nicht so gut und daraus haben wir Kapital geschlagen!“, fährt er fort. 60 Lire pro ball Max stand am Rand und sah die Bälle fliegen. Die waren damals weniger schnell, aber flogen auch oft dorthin, wohin sie nicht sollten. Wenn sich die Golfer dann aufmachten, um sie zu suchen, war Max meist schneller zur Stelle. Ein gezielter Tritt mit dem Holzschuh, und sie blieben für die feinen Herren und Damen unentdeckt. Später kam er zurück, um sie einzusammeln. Am Grandhotel wurden sie wieder verkauft, für 60 Lire das Stück. Singen und Jodeln Nachmittags spielte am Karersee-Hotel immer ein Orchester zum Fünf-Uhr-Tee. Danach führten die Herren ihre Damen auf dem Spazierweg zum Pass hinauf. Der Seehauser-Bub saß in einem Baum oberhalb des Wanderweges und begann mit einem Liedchen oder Jodler, sobald sich ein Paar näherte. Vor allem die Frauen waren entzückt. Sie waren es auch, die ihre Männer aufforderten, den kleinen Sänger gut zu entlohnen. Ein 50-Lire-Schein war nicht selten. Die Ausbeute des Sommers war gut. Speisen auf dem Golfplatz Wurde zur Mittagszeit gespielt, wurde dass Spiel nicht groß unterbrochen, um ins Hotel zum Essen zurückzukehren. Das Essen wurde auf dem Golfplatz angerichtet. Dafür wurde ein Pferd angespannt. In einem „Gigg“, einem zweirädrigen Wagen, fuhren die kalten und warmen Speisen auf den rund 4000 Meter oberhalb des Hotels gelegenen Platz. Eins beeindruckte den Naturburschen Max enorm: „Die englischen Ladies gingen nicht ohne ihren Caddie. Der trug ihnen den Sonnenschirm bei jedem Schritt hinterher.“ Churchill war zum Malen da! Sir Winston Leonard Spencer-Churchill war da! Der große englische Staatsmann und zweimalige Premierminister weilte Anfang der 60er Jahre am Karerpass, angeblich zum Golfen. Doch Golf hat Churchill nie in seinem Leben gespielt. Er genoss hier die Natur, wanderte, trank, rauchte und ging einem seiner Lieblingshobbys nach, dem Malen. Motive fand er hier genug. 36 02/2010 02/2010 37

Page 1
Page 2
Page 3
Page 4
Page 5
Page 6
Page 7
Page 8
Page 9
Page 10
Page 11
Page 12
Page 13
Page 14
Page 15
Page 16
Page 17
Page 18
Page 19
Page 20
Page 21
Page 22
Page 23
Page 24
Page 25
Page 26
Page 27
Page 28
Page 29
Page 30
Page 31
Page 32
Page 33
Page 34
Page 35
Page 36
Page 37
Page 38
Page 39
Page 40
Page 41
Page 42
Page 43
Page 44
Page 45
Page 46
Page 47
Page 48
Page 49
Page 50
Page 51
Page 52
Page 53
Page 54
Page 55
Page 56
Page 57
Page 58
Page 59
Page 60
Page 61
Page 62
Page 63
Page 64
Page 65
Page 66
Page 67
Page 68
Page 69
Page 70
Page 71
Page 72
Page 73
Page 74
Page 75
Page 76