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Luis Obertegger
20 JAHRE GOLFCLUb kARERSEE
Abschied vom karersee
Luis Obertegger war
der Tausendsassa des
Golfclubs Karersee. Fast zwei
Jahrzehnte wusste er über
alles Bescheid, kannte jeden
und organisierte alles.
Luis Obertegger erzählt: „Im Jahr 1991
wurde ich als Vorstandsmitglied der
Carezza Golf GmbH, der die Führung
der Golfanlage und des Golfclubs übertragen
worden war, beauftragt, die Gastronomie
auf der 1990
eröffneten Golfanlage zu
organisieren”, erzählt Luis
Obertegger. Es war unmöglich,
in kurzer Zeit
einen Pächter zu finden.
Also übernahm Oberteggers
Firma “Mondschein
KG “ die Führung
des Clubhauses. Mit der
Sommersaison allein
konnten aber die Kosten
der Bewirtschaftung nicht gedeckt werden.
Nach langen Verhandlungen erhielt
man die Betriebserlaubnis auch für die
Wintersaison. Bar und Restaurant wurden
umgebaut und neu eingerichtet, der
Pachtvertrag auf mehrere Jahre erweitert.
Gleichzeitig nahm die Beliebtheit
und der Spielbetrieb auf dem Golfplatz
zu. Dies war vor allem dem engagierten
Einsatz der Clubsekretärin Gerlinde
Wiedenhofer zu verdanken.
Turniere und Events
In den 20 Jahren seit bestehen
des Golfclub Karersee gab es
zahlreiche Turniere und Events.
Dabei ging es auch im Klubhaus
oft hoch her. Die traditionellsten
Turniere sind wohl der
Senfter Cup (mit dem legendären
Sponsorabend am Freitag davor)
und die Sparkassen-Trophy. Das
härteste aller Turniere (im gesamten
Alpenraum) ist zweifellos
der Golf-Iron-Man mit Start jeweils
schon bei Tagesanbruch.
Eine Familie prägt Club-Geschichte
Im Jahr 1993 wurde Luis Obertegger
auch das Sekretariat übertragen.
Er absolvierte daraufhin in Rom die
Ausbildung zum Golfsekretär. Doch
die Arbeit war allein kaum zu bewältigen.
1996 stiegen seine Frau Heidi
und sein Schwager Klaus im Restaurant
ein. Im Familienbetrieb lief alles
Hand in Hand. Es war die ideale Voraussetzung
für einen harmonischen
Cluballtag, der rund 70 Turniere in
einer Saison vorsah. Die Teilnehmerzahl
an den Turnieren stieg von Jahr
zu Jahr. Viele Teilnehmer wussten vor
allem das ausgiebige und leckere Essen
nach der Preisverteilung auf der
Terrasse des Clubhauses zu schätzen.
“Ich erinnere mich an ein Wochenende,
an dem von Freitag bis Sonntag
insgesamt 273 Turnierspieler auf dem
Golfplatz am Karersee ihre Runde absolvierten.
Auch mein guter Freund
und verlässlicher Mitarbeiter, Karl
Pichler, der seit 1990 den Platz pflegte,
hatte alle Hände voll zu tun”, erzählt
Obertegger. Der Erfolg hatte seinen
Preis: den Einsatz von – teilweise – 6
Uhr morgens bis Mitternacht.
Im Jahr 2001 sollte das Restaurant
erweitert werden, um es an die mittlerweile
gewachsenen Anforderungen
anzupassen. Das genehmigte Projekt
scheiterte jedoch am unbesetzten Vor-
stand der Carezza Golf GmbH. Die harmonische
Zusammenarbeit zwischen
Golfclub und Carezza Golf GmbH war
getrübt. Im Herbst 2003 entschloss sich
Luis Obertegger daher, die Stelle als Geschäftsführer
auf der neuen Golfanlage
in Passeier anzutreten. Das Clubrestaurant
wurde neu verpachtet, Heidi Obertegger
und ihr Bruder Klaus übernahmen
das Sekretariat. Als nach einem
Jahr der Pachtvertrag für das Restaurant
nicht erneuert wurde, sprangen
erneut die beiden ein und übernahmen
wieder selbst die Führung der Gastronomie.
Es wurden fünf Jahre daraus. Im
Frühjahr 2009 haben die Oberteggers
nach 19 Jahren Golfplatz Karersee endgültig
Abschied genommen.
Heidi Obertegger und Klaus
Der Max erinnert sich ...
Ein Unikat am Karerpass ist unbestritten
Max Seehauser. Er führt
nicht nur gemeinsam mit seiner
Frau und Sohn Michael den
Feinschmeckertempel „Fallmur
Alm“ sondern ist auch ein Mann
der ersten Stunde des Golfclubs
Karersee. Kein „Iron Men“ ohne
ihn, bei der zweiten Auflage im
Jahr 1992 siegte er.
Hier aufgewachsen, kennt er noch die
alten Zeiten, als sich am Karerpass
die Feinen und Reichen Europas einquartierten
und in der reinen Bergluft
Golf spielten. „Ich erinnere mich noch
ganz genau. Es war im Jahr 1951. Ich arbeitete
das erste Mal als Hirte für meinen
Onkel auf der Alm. Von dort hatte
man einen guten Blick auf den Golfplatz
und sah, was sich abspielte“, erzählt er.
Die Driving Range stand auf dem Platz
des heutigen Hotels „Alpenrose“, das
Clubhaus befand sich am Standort des
Hotels. „Es waren vor allem viele junge
Damen dabei. Spielen konnten die ja
nicht so gut und daraus haben wir Kapital
geschlagen!“, fährt er fort.
60 Lire pro ball
Max stand am Rand und sah die Bälle fliegen.
Die waren damals weniger schnell,
aber flogen auch oft dorthin, wohin sie
nicht sollten. Wenn sich die Golfer dann
aufmachten, um sie zu suchen, war Max
meist schneller zur Stelle. Ein gezielter
Tritt mit dem Holzschuh, und sie blieben
für die feinen Herren und Damen unentdeckt.
Später kam er zurück, um sie einzusammeln.
Am Grandhotel wurden sie
wieder verkauft, für 60 Lire das Stück.
Singen und Jodeln
Nachmittags spielte am Karersee-Hotel
immer ein Orchester zum Fünf-Uhr-Tee.
Danach führten die Herren ihre Damen
auf dem Spazierweg zum Pass hinauf.
Der Seehauser-Bub saß in einem Baum
oberhalb des Wanderweges und begann
mit einem Liedchen oder Jodler,
sobald sich ein Paar näherte. Vor allem
die Frauen waren entzückt. Sie waren
es auch, die ihre Männer aufforderten,
den kleinen Sänger gut zu entlohnen.
Ein 50-Lire-Schein war nicht selten. Die
Ausbeute des Sommers war gut.
Speisen auf dem Golfplatz
Wurde zur Mittagszeit gespielt, wurde
dass Spiel nicht groß unterbrochen, um
ins Hotel zum Essen zurückzukehren. Das
Essen wurde auf dem Golfplatz angerichtet.
Dafür wurde ein Pferd angespannt. In
einem „Gigg“, einem zweirädrigen Wagen,
fuhren die kalten und warmen Speisen
auf den rund 4000 Meter oberhalb
des Hotels gelegenen Platz.
Eins beeindruckte den Naturburschen
Max enorm: „Die englischen Ladies
gingen nicht ohne ihren Caddie. Der
trug ihnen den Sonnenschirm bei jedem
Schritt hinterher.“
Churchill war zum Malen da!
Sir Winston Leonard Spencer-Churchill
war da! Der große englische Staatsmann
und zweimalige Premierminister
weilte Anfang der 60er Jahre am Karerpass,
angeblich zum Golfen. Doch
Golf hat Churchill nie in seinem Leben
gespielt. Er genoss hier die Natur, wanderte,
trank, rauchte und ging einem
seiner Lieblingshobbys nach, dem Malen.
Motive fand er hier genug.
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