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02/2010
Portrait
Golf ist Lebenseinstellung
Sie kommt nie aus der Ruhe,
verliert nie ihre gute Laune
und ist unermüdlich. Diese
Eigenschaften haben Edith
Pobitzer Isotti sehr genützt bei
ihrer Arbeit mit der Südtiroler
Golfjugend. Seit letztem Jahr hat
sie die Jugendarbeit abgegeben
und ist Vizepräsidentin des GC
Petersberg.
Wie sehr ihr die Südtiroler Golfjugend
am Herzen liegt, merkt
man daran, dass dieses Thema sie
immer noch elektrisiert. Über Jahre
hinweg hat Edith Pobitzer gemeinsam
mit anderen Müttern die Kinder
und Jugendlichen nach Petersberg
oder zu Turnieren, hauptsächlich im
oberitalienischen Raum, gebracht.
Sie hat Getränke organisiert, Tränen
getrocknet und aufgemuntert. Ihr ist
es auch zu verdanken, dass schließlich
ein Kleinbus organisiert wurde,
der die jungen Talente einmal in der
Woche von Bozen nach Petersberg
brachte. Sie hat sich auch die Mühe
gemacht, jedes Jahr auf´s Neue alle in
Frage kommenden Eltern telefonisch
zu kontaktieren.
„Ich hab die ganzen Höhen und Tiefen
unserer jungen Spieler miterlebt und
wenn es heute am Golfplatz ruft: 'Hallo
Edith', und ich sehe einen jungen Mann
oder eine junge Frau vor mir stehen, die
ich schon mit elf Jahren zum Spielen
begleitet habe, wie z. B. Philipp Zingerle
oder Alex Solderer, dann erfüllt mich
das mit Freude.“
Warum nicht: Golfausflug statt
Skiausflug?
Wenn es nach ihr ginge, dann würde
Golf zum Volkssport, wie Skifahren oder
Schwimmen. „Aber bei uns ist es einfach
zu weit zum Platz, vor allem für die Jugend,
die auf Mitfahrgelegenheiten oder
den Bus angewiesen ist und dies heute
vielleicht nicht mehr so akzeptiert.“
Schade, denn bei der Aufbauarbeit
steckte viel dahinter. Derzeit ist es ein
wenig (zu) ruhig um die Südtiroler Golfjugend
bestellt, zumal noch kein neuer
Jugendreferent bestellt ist. „Die Schulen
sollten einfach einmal einen Golfausflug
anstelle eines Skiausflugs anbieten.“
Sie selbst ist zum Golfen gekommen wie
so viele andere Frauen auch, über ihren
Mann. „Er spielte zuerst, dann mein
Sohn und meine Tochter und ich war
am Wochenende zuhause.“ Dann habe
auch sie zu spielen begonnen und seither
hat es sie nicht mehr losgelassen.
Was Golf für sie bedeutet? Erholung in
der Natur, mit der Familie zusammen
sein (denn wann kann man sonst vier
Stunden gemeinsam zusammen verbringen
und jeder hat seinen Spaß dabei?),
Ablenkung vom Alltag ... „Auch
wenn schlechtes Wetter ist, oder wenn
ich schlecht gespielt habe, bei Loch Nr.
18 bin ich glücklich und es tut mir leid,
dass es schon wieder vorbei ist.“
Golf ist mehr als nur ein Spiel
Aber was sie vielleicht am meisten
schätzt, ist die ständige Herausforderung.
„Es heißt Golfspiel. Aber Golf ist
mehr als nur ein Spiel“, meint Edith Po-
bitzer. „Für mich ist es auch ein persönlicher
Reifeprozess im Leben. Ich spiele
gegen mich selbst, gleichzeitig will ich
besser als der andere sein.“
Sie ist froh, dass sie spät angefangen
hat zu spielen. Der Kinder wegen.
„Golfspielen ist wie eine Sucht und
wenn es dich packt, dann widerstehst
du nur schwer.“ Mit kleinen Kindern
ein Dilemma!
Ihr Handicap? Derzeit liegt es bei 21,8.
Es war auch schon weniger. „Aber ich
bin zu wenig konsequent, gehe zu wenig
auf die Driving Range. Die Konstanz
habe ich nicht.“ Zwei Kinder, die jetzt
allerdings beide an der Uni sind, voll
berufstätig – da bleibt keine Zeit zum
Üben, aber umso mehr Lust auf den
Platz zu gehen, wann immer es nur
geht. Am Wochenende und in den Ferien
eben.
Aus jedem Tag zwei machen!
Wenn Sie einen Wunsch freihätte, was
würde sie sich wünschen? „Ich würde
gerne aus jedem Tag zwei machen.
Aber eigentlich, nein, eigentlich habe
ich keinen Wunsch. Natürlich, dass die
Kinder, dass wir gesund bleiben.“ Aber
sonst? „Ich bin glücklich und zufrieden.
Ich lebe in einem traumhaften Fleckchen
Erde, habe eine wundervolle Familie.
Was will ich mehr?!“
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